Geistreiche Bemerkungen vom 20.05.2012

Das auffälligste Zeichen unserer Wegwerfgesellschaft ist das Anhäufen von Dingen.
Ernst Ferstl, österr. Lehrer, Dichter u. Aphoristiker, geb. 1955

Wir sollten uns stets besinnen, dass wir nicht ewig leben, aber für die Ewigkeit geschaffen wurden.
Maria-Theresia Radloff, dt. Publizistin

Die Berühmtheit mancher Zeitgenossen hängt mit der Blödheit der Bewunderer zusammen.
Heiner Geißler

Die ARD macht sich in jede Hose, die man ihr hinhält. Und RTL sendet, was drin ist.
Dieter Hildebrandt über das TV-Programm

Bloßes Kritisieren bescheinigt Inkompetenz!
Hans Apel, Hans Eberhard Apel, dt. Politiker, geb. 1932

Das wahre Leben verläuft (sich) zwischen Wahn und Sinn.
Karl Feldkamp, dt. Kommunikationstrainer u. freier Autor, 1981 Xylos-Lyrikpreis, geb. 1943

Der Witz setzt immer ein Publikum voraus. Darum kann man den Witz auch nicht bei sich behalten. Für sich allein ist man nicht witzig.
Johann Wolfgang von Goethe

Kriege entstehen aus dem Scheitern, das Menschsein der Anderen zu verstehen.
Dalai Lama XIV., Tendzin Gyatsho, geistliches Oberhaupt der tibet. Buddhisten, 1989 Friedensnobelpreis, geb. 1935

Kommentiere mehr ...

Sonntagmorgen

Es gibt Szenarien, die sind förmlich einem Klischeehandbuch entrissen worden. So etwas in der Art wie der heutige Morgen. Die Sonne strahlte mit den Frühaufstehern um die Wette. Der Himmel war so blau, als wäre heute erst Vatertag. Dazu zwitscherten in die morgendliche (9:30 Uhr) Stille die Vögelein, dass man am liebsten sein Frühstück auf den Balkon genossen hätte, um den gefiederten Sängern zu lauschen, statt sich von irgendwelchem Radiogedudel nerven zu lassen.

Aber so weit sind wir noch nicht. Die Sonnenstrahlen auf ihrem zerstreuenden Weg über das Küchenfenster und den Fußboden in der guten Stube hatten mich im Schlafzimmer weckend erreicht und ich duselte noch etwas vor mich hin. Durch ein offenes Fenster drang auch das liebliche Gezwitscher zu mir durch, dass ich trotz der gefühlten frühen Stunde schon als solches erkannte – also als Gezwitscher und auch als lieblich. Ein sehr rhythmischer, wenn auch mengenmäßig eher dünner Regenschauer strich über die eine Seite eines gerade nicht mehr blühenden Kirschbaumes, auch einen Apfelbaum sanft tangierend.

Dass es diese Bäume waren, habe ich natürlich nicht am Geräusch erkannt, wozu auch, wo es doch “Wetten, dass …” nicht mehr gibt. Der Blick aus dem rollobefreiten Fenster in den sonntäglichen Morgen klärte mich über diese Details auf. Der Regenschauer entpuppte sich als vermutlich trinkwassergespeister Rasensprenger, der die Verneblung des kostbaren Nass’ im Rahmen seiner Möglichkeiten schwenkend betrieb.

Nur, wozu? Viel Ahnung von Botanik und Gärtnerei habe ich nicht, trotz einzelner Erfolge auf dem Gebiet, die aber eher der Pflanze selbst zugerechnet werden müssen. Aber, wenn ich mal irgendwann etwas gelernt habe, dann, dass ein vormittägliches Wässern – speziell auch mit diesen sprühenden Wasserverteilern – praktisch niemandem nutzt, vor allem, wenn der Tag sonnig und warm zu werden verspricht. Das einsickernde Wasser, sollte es überhaupt so weit kommen, wird durch die Sonne sehr schnell dem Boden wieder entrissen, ohne dass es der Pflanze zu gute kam. Und die auf den Blättern verbliebenen Wassertropfen können mittels ihrer Linsenwirkung selbige punktuell verbrennen, wenn dann unser Zentralgestirn in der richtigen Position steht.

Vielleicht sollte ich mal den Haus- und Gartenbesitzern ein entsprechendes Fachbuch schenken. Hat da vielleicht jemand einen Tipp? Zu teuer sollte es vielleicht nicht sein, ich kenne die Leute ja nicht. Und falls sie das hier selber lesen: Abends wird gewässert, dann bringt es was.


Fotosafari unvorbereitet

Solche freien Tage bieten doch immer die Möglichkeit, ins Freie zu kommen. Die Suche nach einem lange nicht mehr besuchten Aussichtspunkt, sein sehr spätes Finden sowie seine Überfülltheit dank Herrentag brachte mich auf diversen Umwegen an den Landgraben. Nicht genau wissend, ob es nun noch Mecklenburg oder schon Vorpommern ist, habe ich trotzdem ein paar schöne Bilder gemacht.

Eins davon ist ein kleines Suchbild. Wo ist mein Auto?

Suchbild

Die weiteren Bilder gibt es in der Galerie. Leider hatte ich nur meinen kleinen (Fotoapparat) mit. Manchmal bin ich doch über die Bilder, die er macht, positiv erstaunt.


Verstecktes gefunden

Hidden tracks – versteckte Lieder auf CDs sind mit dem Auslaufen der CDs als Tonträger auch vom Aussterben betroffen. Hidden gags in Filmen oder/und Serien sind in unserer schnelllebigen und unkonzentrierten Zeit auch eher vom Aussterben durch Nichtbeachtung gezeichnet. Aber dafür gibt es ja die guten alten Klassiker auf den DVD-Sets.

Schon vor längerer Zeit erwarb ich die Muppet-Show in der Box. So nach und nach arbeite ich mich durch. In einer der letztgesehenen Folgen hatte Gonzo der Große ein Date mit einem der Hühner, dass er in der Garderobe besuchen wollte. Kurz bevor er auftaucht, zeigt die Regie einen Blick in die Garderobe des Huhns. Und ich fall vor Lachen vom Sofa.

Ich fand’s witzig. Für alle, die ihn nicht erkennen. Der Herr, der dort als Zielscheibe für die Dartübungen des Huhns dient, sieht doch dem Kentucky-Fried-Chicken-Aushängeschild sehr ähnlich.


Der Brunnen der Demokratie hat keine Fontäne (aktualisiert)

Ein wesentliches Instrument der Demokratie ist die Wahl, wo im Idealfall das Volk, aber eben auch gewisse Teilgruppen darüber entscheiden, wen sie für bestimmte Funktionen für den besten halten. Das gibt es im großen wie auch im kleinen.

Dazu gehört aber auch, dass diejenigen, die vor einer solchen Aufgabe stehen, auch wirklich eine Wahl haben. Und dazu gehört im wesentlichen, man möchte es fast essentiell nennen, die Auswahl zwischen mehreren Möglichkeiten. Ist die sogenannte Wahl nur eine Bestätigung einer Bewerbung, wird sie zu einer Inthronisation, die mit Demokratie nichts zu tun hat.

Als wesentliche Kontrollinstanz im Funktionieren der Demokratie sollen die Medien fungieren, eine Aufgabe, die viele nur noch bedingt nachkommen. Ein aktuelles Beispiel ist der abzusehende Führungswechsel in der Partei “Die Linke” zur Zeit (wobei das kein Symptom dieser Partei ist, das gibt es in jeder anderen auch). Aber wenn ein gewisser Oscar L. aus S. an der S. sich nur dann zur Wahl stellen will, wenn es keinen Gegenkandidaten gibt und die Medien das an sich normale Szenario mit der Auswahl aus mehreren potenziellen Führungskräften gleich als Kampfabstimmung hysterisiert, fragt man nach dem Geisteszustand aller Beteiligten, wenn auch unter unterschiedlichsten Gesichtspunkten.

Volker Pispers, bekannter deutscher Kabarettist, hat es in seiner unnachahmlicher Art ausgedrückt: http://www.youtube.com/watch?v=vb4G5xiYlsI

Wobei es natürlich für das Demokratieverständnis eines Herrn Lafontaine spricht, sich nicht einer “Kampfabstimmung” stellen zu wollen, sondern nur eine ungestörte Krönung zu akzeptieren.


Da ist wohl ein Glas aufgegangen

Wer des Mittags mal zu Hause ist und sich über das allgemeine Geschehen informieren will, der ist bei den Mittagsmagazinen der öffentlich-rechtlichen durchaus gut aufgehoben. Im wöchentlichen Wechsel liefern ARD und ZDF nicht nur harte Fakten, sondern auch weiche Themen – eine gute Stunde jeden Werktag will ja auch gefüllt werden.

Das ZDF brachte heute einen Beitrag zu guten Benehmen und einer entsprechenden Fachfrau, ein Thema, dass auch in der Radiosendung RundumGenuss regelmäßig aufgegriffen wird. Drangeblieben drängte sich mir beim Betrachten des Beitrages immer mehr und mehr die Frage auf, wer denn wohl die Zielgruppe ist? Sicher ist gutes Benehmen auch schon für die jüngsten interessant, aber das wird doch dann nicht im Mittagsmagazin probiert?!

Beitrag in der Mediathek (ab Minute 26:49): http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1642560/mittagsmagazin-vom-15-Mai-2012 oder auch direkt: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1642616/Tipps-fuer-den-perfekten-Auftritt

Solange es geht, ist der entsprechende Beitrag in der Mediathek des ZDF abrufbar, wer ihn sich ansieht bzw. genauer anhört, wird sehr bald merken, dass da wohl irgendeinem Tontechniker ein Glas mit Ohs, Ahs u.ä. aufgegangen sein muss. Oder ist der allgemeine ZDF-Zuschauer schon so infantil, dass er derartige Geräusche bei einem journalistischen Beitrag braucht?


Geistreiche Bemerkungen vom 13.05.2012

Der gesunde Menschenverstand ist das größte Hindernis für Träumer.
Peter E. Schumacher, dt. Publizist u. Aphorismensammler, geb. 1941

Wahrheit ist die Hoffnung, dass eine Annahme stimmen könnte.
Karl Feldkamp, dt. Kommunikationstrainer u. freier Autor, 1981 Xylos-Lyrikpreis, geb. 1943

Je mehr ein Reicher und ein Aschenbecher ansammeln, desto schmutziger werden sie.
aus Japan

Dem Unersättlichen in jeglichem Genuss wird selbst das Glück zum Überdruss.
Ludwig Bechstein, Louis Clairant Hubert Bechstein, dt. Schriftsteller, (1823 ‘Thüringische Volksmärchen’, 1845 ‘Deutsches Märchenbuch’, 1853 ‘Deutsches Sagenbuch’), 1801 – 1860

Politik bedeutet, selbst zu jammern, wenn man anderen auf die Füße tritt.
Henri Tisot, Henri Augustin Louis Laurent Jean Tisot, frz. Schauspieler, geb. 1937

Solange man selbst redet, erfährt man nichts.
Marie von Ebner-Eschenbach

Einen Fehler machen ist bitter; bitterer noch ist aber die Erkenntnis, wie unwichtig wir sind, wenn es niemandem aufgefallen ist.
Sir Peter Ustinov, Petrus Alexandrus von Ustinov, brit. Schauspieler, Regisseur, Schriftsteller u. UNICEF-Botschafter, Oscar-Preisträger, (‘Topkapi’)

Der Wohlstand beginnt genau dort, wo der Mensch anfängt, mit dem Bauch zu denken.
Norman Mailer, Norman Kingsley Mailer, amerikan. Schriftsteller, 1969 u. 1980 Pulitzer-Preis, 1923 – 2007

Kommentiere mehr ...

Koche ich wirklich so schlecht?

Es gibt Köche, die können auf zweierlei Arten kochen, je nachdem, ob die Gäste wiederkommen sollen oder nicht. Beim Schreiben eines Blogartikels kamen mir gerade Bedenken, ob meine Kochkunst wirklich so gut ist, wie ich immer behaupte. Ganz unterschwellig teilte mir die Rechtschreibprüfung meines Browsers mit, dass mein Essen wohl doch eher zum Leuteverscheuchen geeignet erscheint.

Eigentlich schaute ich nach, ob ich Cayennepfeffer richtig geschrieben habe. Aber was zeigte das Programm:

Ich bin erschüttert und überdenke meine Hobbys.


Geistreiche Bemerkungen vom 06.05.2012

In der Praxis ist vielen Menschen die Theorie doch lieber als die Praxis.
Ernst Ferstl, österr. Lehrer, Dichter u. Aphoristiker, geb. 1955

Eine scharfe Zunge ist das einzige Schneidwerkzeug, das bei andauerndem Gebrauch schärfer wird.
Washington Irving

Die Asiaten haben den Weltmarkt mit unlauteren Methoden erobert – sie arbeiten während der Arbeitszeit.
Ephraim Kishon

Man kann in Kinder nichts hineinprügeln, aber vieles herausstreicheln.
Astrid Lindgren

Ehrlichkeit zählt bei den Frauen auch zu den schlechten Manieren.
Elmar Kupke, dt. Aphoristiker u. Stadtphilosoph ‘StaPhi’, geb. 1942

Seien Sie vorsichtig mit Gesundheitsbüchern – Sie könnten an einem Druckfehler sterben.
Mark Twain

Bescheiden können nur die Menschen sein, die genug Selbstbewusstsein haben.
Gabriel Laub

Das Nebensächliche macht riesige Fortschritte. Wir entfernen uns immer weiter vom Wesentlichen.
Ernst Ferstl, österr. Lehrer, Dichter u. Aphoristiker, geb. 1955

Kommentiere mehr ...

Geistreiche Bemerkungen vom 29.04.2012

Ob die Weiber soviel Vernunft haben als die Männer, mag ich nicht entscheiden, aber sie haben ganz gewiss nicht soviel Unvernunft.
Johann Gottfried Seume

Der große Sport fängt da an, wo er längst aufgehört hat, gesund zu sein.
Bertolt Brecht

Männer verirren sich nicht… sie entdecken nur neue Ziele.
Anke Engelke, Anke Christina Engelke, dt. Comedian, (‘Wochenshow’, ‘Der Schuh des Manitu’, ‘Ladykracher’), Deutscher Comedy-Preis 2003, geb. 1965

Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, wo sie gelten.
Johann Wolfgang von Goethe

Man kann alles begründen – selbst die Wahrheit.
Oscar Wilde, Oscar Fingall O’Flahertie Wills, irisch. Lyriker, Dramatiker u. Bühnenautor, (1891 ‘Das Bildnis des Dorian Gray’), 1854 – 1900

Das Beste im Menschen sind seine jungen Gefühle und seine alten Gedanken.
Joseph Joubert, frz. Moralist u. Essayist, 1754 – 1824

Wer nicht gerne nachdenkt, sollte doch wenigstens von Zeit zu Zeit seine Vorurteile neu ordnen.
Luther Burbank, amerikan. Pflanzen-Züchter, 1849 – 1926

Im Glück sei nicht übermütig, im Unglück sei nicht verzagt.
Diogenes Laertios, griech. Philosoph

Kommentiere mehr ...

  • RSS Podcast

  • Archiv

  • Sonstiges

  • Bilderschau

    © dpkom.de 2007-2012 • Alle Rechte beim Betreiber
    iDream theme by Templates Next | Powered by WordPress